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01.10.2018 Gute KiTa Gesetz-Staatliche Beihilfe zur Körperverletzung

Ja, nun haben wir das neue, sogenannte „gute Kitagesetz", mit dem natürlich alles besser werden soll. Die kardinale Frage bleibt allerdings weiterhin, für wen? Nach unserer Auffassung kann die Frage, auch mit Blick in die Entwürfe und das Gesetz, eindeutig nur so beantwortet werden, dass ökonomische Interessen über das Kindeswohl gestellt werden, obwohl international und auch in Deutschland die Fachwelt vor gerade dieser Entwicklung warnt. Um sich sicher, aufgehoben aber auch selbstsicher entwickeln, d. h. sich auf das gesamte spätere Leben vorbereiten zu können, benötigen Kinder aller Altersstufen in erster Linie ihre Eltern, zuvörderst die eigene Mutter und, wenn es gut läuft, noch die eigenen Großeltern. Fremdbetreuung, erst recht tagelang oder sogar über 24 Stunden darf allenfalls die Ausnahme darstellen. Andernfalls sind Bindungs-Entwicklungs- und psychische Störungen vorprogrammiert.
Längere Trennung von der Hauptbezugsperson, insbesondere bei unter dreijährigen Kindern, also Betreuung in Kindertagesstätten in Gruppen, durch Dienstplan, Urlaub und sonstigen Fehlzeiten, wechselnden Betreuerinnen und dem, vom Gesetz angedachten, Betreuungsschlüssel maximal von einer Fachkraft zu betreuenden zwei Kindern, der schlicht illusorisch ist, verursacht bei den Kindern anhaltenden und später chronischen Stress, bei extremer Erhöhung unter anderem des Cortisolspiegels und tageszeitlichen Verschiebung desselben.
Bei Erhöhung des Cortisolspiegels wirkt Cortisol neurotoxisch, d. h. Hirnstrukturen werden nachhaltig gestört und sogar zerstört.
Hierin liegt der Tatbestand der bewussten Körperverletzung/Misshandlung der Kinder begründet.
Kommen noch weitere Umstände hinzu, vorgeburtlicher Stress der Mutter, eine ungünstig verlaufende Pubertät, bis hin zu traumatischen Erlebnissen, können selbst psychotherapeutische Interventionen kaum noch helfen. Selbst bei "nur"ausgeprägten Bindungsstörungen gilt dies gleichermaßen.
Wir werden einen weiteren eklatanten Anstieg psychische Erkrankungen, auch in ganz jungen Jahren, erleben. Dies ist eindeutig vorprogrammiert.


Zu diesem Thema haben wir bereits unter dem 14.1.2014 einen Vortrag in der Evangelischen Akademie Hamm gehalten, wer möchte kann einen hierauf bezogenen Zeitungsartikel nachlesen. Dies spart uns auch Wiederholungen, die sonst die Rubrik Wissenswertes an Länge sprengen würden, hier der Link zum Vortrag.

Nahezu zeitgleich zu unserem Vortrag gab der Bindungsforscher Karl-Heinz Brisch Zeit Online ein Interview, auch dieses ist nachfolgend verlinkt, mit der Empfehlung, auch die Homepage von Dr.Brisch, zu besuchen. Der Wissensstand zur damaligen Zeit entspricht dem heutigen, bei Erweiterung um etliche Studien, die seitens der Bundesregierung ebenso ignoriert werden, wie der eigene Wissensstand, worauf wir noch eingehen werden.
Hier der Link zu Zeit Online.

Während der Diskussion um die Einführung des Betreuungsgeldes wurde Dr. Rainer Böhm, damals leitender Arzt des sozialpädriatischen Zentrums in Bielefeld hierzu vom zuständigen Ausschuss des Bundestages angehört mit der Folge, dass das Betreuungsgeld bundesweit eingeführt wurde, allerdings später gekippt durch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, da es dem Bund an der Gesetzgebungskompetenz mangelte.
Die Anhörung macht in allen Belangen deutlich, dass die damals schon alternativ geplante Kita Unterbringung dem Kindeswohl völlig zuwiderläuft und körperliche Misshandlungen darstellt.
Dr. Böhm nahm bei seiner Einschätzung unter anderem Bezug auf vorliegende Studien. Der Text der Anhörung ist hier verlinkt.
Der Bundesregierung ist also spätestens seit diesem Zeitpunkt der Irrwitz ihrer politischen Ausrichtung bekannt. Aber was soll es, bei entsprechend starkem Lobbyismus stört das eigene Geschwätz von gestern selten.
Angemerkt sei hierzu noch, dass jedenfalls Bayern das Betreuungsgeld einführte, es kann neben dem Elterngeld bezogen werden, sodass in Bayern ein etwas höherer finanzieller Ausgleich von Eltern in Anspruch genommen werden kann, wenn sie sich zum Wohle ihres Nachwuchses für eine Betreuung im Elternhaus entscheiden. Gleichwohl bleibt es auch in Bayern so, dass die finanziellen Verluste der Eltern durch Zahlung der Elternbeiträge zur Kita geringer sind als die, die sie bei Inanspruchnahme der genannten Gelder, hinzunehmen haben.
Der Staat und die Konjunktur benötigen Doppelverdiener, da nach derzeit immer noch herrschende Auffassung nur steigender Konsum insbesondere steigende Gewinne garantiert.

Mehr zum Thema in unseren Literaturempfehlungen, dort die Autoren Brisch, Grossmann, Maaz, Roth und Strüber, wissenschaftlich fundiert, aber immer noch viel zu leise.