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03.07.2016 Musik und Gene

Ein Forscherteam der Universität Helsinki unter der Leitung von Chakrvarthi Kanduri hat herausgefunden, dass Musik sogar auf unsere Gene wirkt. Danach werden bei und nach Musikgenuss einige Gene hoch geregelt und andere heruntergefahren. Hochgefahren werden Gene, die Lernen und kognitive Leistung fördern, heruntergefahren hirnschädigende Gene. Dies gilt allerdings nur bei Menschen, die über eine musikalische Vorbildung verfügen. Hieraus schließen die Forscher nicht zuletzt, dass musikalische Früherziehung so langfristig positive Effekte hat.
Im Versuch wurden musikalisch vorgebildeten und nicht vorgebildeten Probanden Mozarts Violinkonzert in G-Dur vorgespielt, bei anschließender Blutentnahme und Analyse der Genprodukte im Blut.
Nach dem Musikgenuss hatte sich tatsächlich die Genaktivität verändert, allerdings nur bei den musikalisch vorgebildeten Probanden, wie oben beschrieben. 75 Gene waren bei Ihnen im Maximum hinterher aktiver, annähernd 30 waren heruntergefahren.
Interessant bei der Untersuchung war ferner, dass unter den heruntergefahrenen Genen solche waren, die den Tod von Gehirnzellen fördern, die Übertragung von Neurotransmittern hemmen und zu oxidativen Schäden am Gehirnzellen führen können, wobei all diese Gene eine Rolle bei neurogenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz spielen. Angenommen wird nun, dass die Herunterregelung durch Musik sogar aktiv hirnschützend wirken könnte, wofür die Wirksamkeit von Musiktherapie bei solchen Krankheiten spricht.
Originalpublikation:doi:10.7717/peerj.830