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03.09.2018 Kokosöl ist und bleibt gesund

Eine Professorin aus Freiburg, Professor Dr. Dr. Karin Michels, hat in jüngster Zeit mit einem, auf YouTube, veröffentlichten Vortrag, Furore gemacht.
Wer sich diesen Vortrag ansehen möchte, dem sei dies unbenommen,
hier zu finden: youtube
Die Uni Freiburg freut sich mittlerweile über mehr als 1 Million Klicks, scheint also rundrum zufrieden.
Wem dies immer noch nicht reicht, der kann sich ein Statement der Professorin durchlesen und herunterladen, im Nachgang zu ihrem Vortrag erstellt, hier verlinkt Statement
Tragisch ist, dass der oben genannte Vortrag weltweit Verbreitung und Kommentierung selbst in namhaften Zeitungen gefunden hat.
Tragisch deshalb, weil erst einmal die wissenschaftliche Seriosität und vielleicht sogar die inhaltliche Richtigkeit unterstellt werden, obwohl dies weder dem Vortrag ansatzweise noch dem nachgereichten Statement zugebilligt werden können, nach unserer Auffassung ist das Gegenteil der Fall.
Der Vortrag ist in seinen wesentlichen Aussagen zum Kokosöl, soweit sich diese von polemischen Äußerungen scheiden lassen, bereits schlicht falsch, besser wird es durch das Statement auch nicht, hierzu sagen wir gleich noch etwas.
Zuerst aber wollen wir Dr. Michel Nehls zu Wort kommen lassen, der eine wissenschaftlich fundierte Gegendarstellung zu Vortrag und Statement auf seiner Homepage veröffentlicht hat, nachfolgend der Link:
http://www.michael-nehls.de/kokosoel.htm
Die Stellungnahme kann dort heruntergeladen werden.
In ihrem Statement spricht die Professorin unter der Überschrift „Kokosöl"ohne zu differenzieren Inhaltsstoffe des Kokosöls an, unter anderem in dem Sinne undifferenziert, dass sie die Inhaltsstoffe für einen erhöhten Spiegel des sogenannten schlechten oder des sogenannten guten Cholesterins, verantwortlich macht. Erkennbar mit der Betonung darauf, dass das sogenannte schlechte Cholesterin durch die genannten Fettsäuren erhöht werde, durch Laurinsäure „aber auch das gute HDL", also untergeordnet und quasi als Nebenprodukt. Wiederum eine steile Behauptung ohne jeden Beleg. Die im Statement angegebenen Fundstellen verhalten sich ohne jegliche Differenzierung ausschließlich zu gesättigten Fettsäuren und nicht zu.Kokosöl,wissenschaftlich sauber ist dies nicht, aber durchaus nachvollziehbar. Zu einer derartigen Behauptung gibt es auch keine belegenden Studien.
Nicht anders verhält es sich mit der Behauptung, dass Studien, sie formuliert „zu diesem Thema", wahrscheinlich meint sie Studien zum Kokosöl, auch gar nicht angeführt werden könnten, zumindest nicht von ihr, da Studien, soweit sie denn existieren, „speziell hergestellte Öle aus 100 % mittelkettigen Fettsäuren"und „nicht das kommerziell erhältliche Kokosöl"behandeln würden. Wiederum unbelegt, provokant und, was am schwersten wiegt, falsch.Hierzu nachfolgend nur eine Studie, die von Dr. Nehls ebenfalls erwähnt und ausgewertet wird mit der Ergänzung, dass sie sich speziell mit Kokosöl, Olivenöl und Butter auseinandersetzt, bereits im Januar 2018 veröffentlicht, so dass die Professorin bei ordentlich wissenschaftlicher Arbeit diese Studie hätte auffinden müssen, dies zur Vorbereitung ihres Vortrages und zudem noch kostenfrei, da für jedermann zugänglich. Vielleicht waren die dort gefundenen Ergebnisse aber auch nicht gewünscht, die positive Wirkung des Kokosöl wird belegt. Wahrscheinlich müssten wir es gar nicht ausdrücklich erwähnen, in der Studie wurde von vollständig unbehandeltem, d. h. nativem, Kokosöl ausgegangen.

Randomised trial of coconut oil, olive oil or butter on blood lipids and other
cardiovascular risk factors in healthy men and women." BMJ Open. 2018; www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29511019

Unsinnig auch die weiteren Hinweise unter der Überschrift „Kokosöl“ zu sonstigen Inhaltsstoffen des Kokosöls, als da wären Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien, etc. mit dem Verweis darauf, dass, soweit enthalten, so gering bemessen, dass es zu keinem positiven Effekt auf die Gesundheit kommen könne.
Nach unserem Verständnis dient dieser Einschub lediglich dem Versuch der Verwirrung. Niemand hat bis heute behauptet, dass Kokosöl wegen des geringen Inhalts der vorstehend genannten Stoffe gesundheitsschädlich sei, gleichermaßen aber auch nicht, dass es deshalb der Gesundheit besonders zuträglich wäre. In der geführten Diskussion ist die Erwähnung dieser Bestandteile schlicht irrelevant. Die Professorin will natürlich ausdrücken, dass es nach ihrer Auffassung grundsätzlich keine positiven Effekte des Kokosöls gibt und sei er auch noch so gering.
Unter der Überschrift „Gesättigte Fettsäuren"findet selbst der geneigteste Leser nichts von Bedeutung, nur seltsame Vergleiche.
Damit endend, dass die Behauptung aufgestellt wird, dass der Verzehr insbesondere mehrfach ungesättigter Fettsäuren in größeren Mengen das Herzinfarktrisiko senke, wenn dafür weniger gesättigte Fettsäuren verzehrt würden, unterlegt mit sieben Fundstellen, die dies belegen sollen. Um es kurz zu machen, die angeführten Studien geben dies nicht her, im wesentlichen befassen sie sich allgemein mit koronaren Herzerkrankungen und sind im wesentlichen undifferenziert bei der Betrachtung verschiedener Fett-oder Ölsorten, teilweise lediglich auf Befragungen basierend. Insgesamt geben sie den zutreffenden Stand der Wissenschaft zum jetzigen Zeitpunkt, d. h. zum Zeitpunkt des Vortrages und auch zum Zeitpunkt der Verfassung des Statements, nicht wieder.
Im Übrigen missfällt auch hier die gegebene Darstellung, das Attribut wissenschaftlich kann nicht vergeben werden.
Verfahren wird nach der bekannten Methodik, argumentum a maiori ad minus, der juristischen Methodenlehre entlehnt.
Danach soll im kleinen erst recht das gelten, was im großen Kpntext gefunden worden ist.
Übersetzt heißt dies hier, wenn denn gesättigte Fettsäuren im Übermaß oder jedenfalls mehr genossen als ungesättigte zu Herzinfarkten führen können, während der umgekehrte Weg schützt, so gilt dies erst recht für Kokosöl, da ja im wesentlichen aus gesättigten Fettsäuren bestehend.
Nochmals, ein Erst- Recht -Schluss ist allenfalls in der Juristerei zulässig, in der naturwissenschaftliche Arbeit nicht ansatzweise.

Zum Abschluss noch ein paar Hinweise zum grundsätzlichen Thema Kokosöl.
Hier wird keinenfalls eine Lanze dafür gebrochen, Kokosöl als super food nun literweise und dies womöglich tagtäglich, zu sich zu nehmen.
Wegen der Vorzüge dieses Öls sollte es in jeder Küche eingesetzt werden, dies als ein Aspekt der ausgewogenen Ernährung und der gesamten Lebensführung.