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06.02.2017 Placebo und Antidepressiva

Eine international besetzte Forschergruppe, Furukawa, Cipriani, Atkinson, Leucht, und andere aus Kyoto, München, Bern, etc. haben für die Zeit von 1978-2015 252 Placebo-Kontrollierte Untersuchungen mit 26.324 Patienten gefunden und einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die doppelt blind, randomisiert und placebokontrollierten Untersuchungen befassten sich mit der Wirksamkeit von Antidepressiva der ersten und der zweiten Generation zur Behandlung der akut aufgetretenen Major Depression bei Erwachsenen.

Von einer Wirksamkeit eines Placebos, Scheinmedikaments, wird dann gesprochen, wenn eine zumindest 50-prozentige Verbesserung der Symptomatik, nach bestimmten Verfahren, festgestellt werden kann.

Bei den untersuchten Studien lag die Wirksamkeit der Placebos zwischen 35 und 40 %.
Bei 26.324 Patienten entsprach dies absolut 9213 Patienten bei 35 % und10.529 Patienten bei 40 %.
Dies sind enorme Zahlen, die nicht gerade für eine flächendeckende pharmazeutische Herangehensweise sprechen, das Gegenteil ist der Fall.
Nimmt man nun noch hinzu, dass Bewegung ähnlich heilend bei Depressionen wirkt, sollte bei der Behandlung erheblich umgedacht werden.

Originalstudie: Doi:10.1016/52215-0366(16)30307-8