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07.07.2018 Noch einmal Fischöl

Das Cochrane Institut hat sich in der derzeit aktuellsten und umfassendsten Studie mit der Analyse bislang vorgelegter Studien zur Präventionswirkung von Omega 3 Fettsäuren auf kardiovaskuläre Erkrankungen, befasst, Umfang 743 Blätter. Wir halten uns kürzer.
Im Ergebnis haben die Wissenschaftler festgehalten, dass sich kein nennenswerter Vorteil für Nahrungsergänzungsmittel finden lässt und es vielmehr angezeigt wäre, die Sinnhaftigkeit hierauf gerichteter Empfehlungen, insbesondere öffentlicher Institutionen, zu hinterfragen.Dies halten auch wir für sinnvoll, Nahrungsergänzungsmittel stellen einen Milliardenmarkt dar, wobei bedauerlicherweise die hieran beteiligte Industrie nicht unwesentlich die europäischen und auch die deutschen Verzehrempfehlungen mitbestimmt, wenn nicht sogar diktiert, vergleiche Hans-Ulrich Grimm in unseren Literaturempfehlungen.
Gleichzeitig sagen die Forscher aber auch, dass Seefisch, Muscheln, Algen, etc. zu einer ausgewogenen Ernährung rechnen (Ergänzung von uns, soweit unbelastet und frei von Mikroplastik).
Chochrane hätte jedoch noch deutlich mehr positive Wirkungen zutage fördern können, wenn die Forscher nur Studien mit exakt gleicher Ausgangslage einbezogen hätten. Gleiche Ausgangslage bedeutet hier, dass Präventionswirkungen von Omega 3 Fettsäuren über Fisch-oder Algenöl nur zu erzielen sind, wenn nicht zuvor ein Defizit, bis hin zur chronischen Unterversorgung vorlag. Dies ist jedoch, zumindest beim typischen Westeuropäer, nahezu flächendeckend der Fall, bei gleichzeitigem Überhang der Entzündungen verursachenden Omega 6 Fettsäuren. Nur wenn diese Fettsäuren im richtigen Verhältnis zueinanderstehen, entfalten die Omega 3 Fettsäuren ihre Wirkung, d. h. sie wirken präventiv auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sodass dann im Normalfall 2 g täglich ausreichend sind, wie in zahlreichen Studien bestätigt.
Aus gegebenem Anlass hier nochmals der Hinweis darauf, dass der Mensch eine „artgerechte" Ernährung und Lebensweise benötigt, bei nahezu uneingeschränkter Chance, Zivilisationserkrankungen zu entgehen, soweit nicht erbliche Faktoren entgegenstehen.
Dringend zu empfehlen die Bücher von Dr. Nehls, vergleiche wiederum unsere Literaturempfehlungen, mit besonderem Verweis auf das Buch mit dem Titel „Die Formel gegen Alzheimer", jüngst erschienen. Ein Praxishandbuch für Betroffene, Angehörige, ärztliche Begleiter, etc. mit dem Charme, sofort umgesetzt werden zu können, wenn man denn will oder muss, wobei es sich um ein Handbuch handelt, dass nach unserem Verständnis nicht nur der Prävention von Alzheimer-Demenz dient sondern den Leitfaden darstellt, um grundsätzlich gesund alt werden zu können. Knapp gehalten, leicht verständlich und ohne wissenschaftliche Theorie, der man in anderen Werken nachgehen kann.

Originalstudie Cochrane: doi:10.1002/14651858,CD003177.pub3