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07.08.2016 Versteckte Stressoren am Arbeitsplatz

Nach Einschätzung zweier Wissenschaftlergruppen der Universitäten Zürich und Leipzig sind unbewusste Bedürfnisse der Arbeitnehmer, sogenannte „implizite Motive„, nicht selten entscheidend bei der Entwicklung des Burn-out Syndroms.Die Wissenschaftler sehen zwei wesentliche Persönlichkeitsmotive im Vordergrund. Es sind zum einen das Macht-und zum anderen das Zugehörigkeits-Motiv. Beide Motive entspringen dem unbewussten Bedürfnis des jeweiligen Arbeitnehmers. Der eine verspürt das Verlangen danach, Verantwortung zu übernehmen, sich besonders aktiv an Diskussionen bis hin zur Auseinandersetzungen, zu beteiligen und dafür zu sorgen, dass Disziplin und Regeln aufrechterhalten bleiben. Der andere legt Wert auf positiv-konnotierte eigene Beziehungen zu den Kollegen oder grundsätzlich zu den Mitmenschen, um Vertrauen, Nähe und Zugehörigkeit, zu spüren.
Wenn die ausgeübte Tätigkeit auf Dauer nicht mit den impliziten Motiven in Deckung gebracht werden kann, kann ein Burn-out-Syndrom deutlich begünstigt werden.
Originalpublikation:doi:10.3389/fpsyg.2016.011

Unsere These:
Die gefundenen Erkenntnisse werden im Arbeitsleben regelmäßig übersehen und dies nicht nur bei einer längerfristigen Betrachtung sondern nicht selten bei der Vergabe von Aufgaben  in Teamsitzungen, beispielsweise bei der Erstellung des Wochenplanes. Auch wenn es sicher in einigen Fällen als Verstoß gegen das Gerechtigkeitsprinzip erscheint, dass bestimmte Mitarbeiter immer dieselben Aufgaben erhalten und andere sich vermeintlich davor drücken können, tut eine Teamleitung gut daran, den Motiven und damit den Fähigkeiten der Teammitglieder zu entsprechen und weniger dem Rotationsprinzip, zumindest bei umfänglichen Aufgabenstellungen. Nicht gemeint ist, dass sich immer dieselben darum herum drücken dürfen, Protokoll zu schreiben. Hierzu bedarf es schon besserer Ausreden.