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09.10.2018 Stress bei Senioren-u. Demenzbetreuung

Nun lässt sich sicher sagen, dass negativer Stress überall und mit rasender Geschwindigkeit zunimmt.
Ebenso sicher ist aber auch, dass dies erst recht gilt, wenn Doppel-und Dreifach-Belastungen zusammenkommen, also Beruf, Familie, Ehrenamt etc.
Dies gilt nicht zuletzt auch in der Senioren-und Demenzarbeit, wobei in erster Linie betreuende Angehörige betroffen sind, aber auch Freiwillige in der Seniorenarbeit. Jeder weiß, dass die Übergänge zwischen Charakter, Schrullen, psychischen Erkrankungen und auch Demenz durchaus schleichend sein können und Herausforderungen für andere mit sich bringen, die mit deutlichen emotionalen Belastungen einhergehen, wofür Stress eigentlich nur ein unzureichender Begriff ist.
In einer jüngst veröffentlichten Studie, die man vielleicht wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung, kostenfrei erhalten kann, dies ist im Bereich der Forschung leider sonst eher selten der Fall, kann man nun nachlesen, dass es eine neue Variante gäbe, um den Stress unter anderen bei Demenzbegleitern/Angehörigen/Freiwilligen, zu reduzieren. Neu deshalb, weil die Studie gezeigt habe, dass bereits ein zweitägiger Kurs ausreichend sei, um Stress nachhaltig zu reduzieren.
An der Studie beteiligt waren die Universität von Iowa, die Harvard Medical School in Boston sowie eine der Alzheimergesellschaften der USA.
Man konnte feststellen, dass eine allgemeine Einführung in die Thematik am ersten Tag und Übungen zur Selbstreflexion und Achtsamkeit am zweiten Tag zu signifikanter Stressreduktion über sechs Monate führte, bei entsprechender Evaluation ein, drei und sechs Monaten. Betont werden kann auch noch, dass 91,5 % der Teilnehmer „bei der Stange blieben".
Originalstudie:doi:10.1016/j.trci.2018.08.004

Wir können die gefundenen Ergebnisse uneingeschränkt bestätigen, wir bieten seit Jahren Kurse dieser Art an, für uns sind sie nicht neu, müssen sie aber auch an bestimmter Stelle ergänzen.

Die hohen Belastungen der betroffenen Personenkreise haben wir in unserer jahrelangen Arbeit ebenso feststellen können wie die Wirksamkeit von kleineren, d. h. ein bis zweitägigen Kurseinheiten, in denen konkrete Methoden an die Hand gegeben werden, die bei regelmäßiger Übung das eigene, emotionale Gleichgewicht erhalten und Stress demzufolge reduzieren können, dies im Sinne entsprechender Verarbeitung, wozu mitunter schon das gekonnte Abschalten durch Achtsamkeitsübungen ausreichend ist.
Bestätigen können wir auch, dass die Wirksamkeit der einmal erlernten Übungen nicht nachlässt. Aber nur dann, wenn regelmäßig geübt wird, dies ist bei Achtsamkeitsübungen wie im Sport, ohne Training nehmen die Fähigkeiten ab, bleibt man dran, bleiben sie erhalten oder nehmen zu.
Ebenso wesentlich ist jedoch, dass mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit zur Auffrischung besteht und über das Jahr die Chance zum Austausch, zur Reflexion und zur Supervision. Auch hier führt nur die Regelmäßigkeit zum Ziel, die Angehörigen/Freiwilligen/Berufsbetreuer dürfen nicht alleingelassen werden. Nur die Betreuung der Betreuer erhält die Leistungsfähigkeit auf allen Ebenen.