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12.12.2017 Meditationsarten im Vergleich

Zwei interessante Studien zu drei Meditationsarten wurde unter Leitung von Tania Singer am Max-Planck-Institut in Leipzig durchgeführt.
Die Studien zeitigten Ergebnisse, die erst einmal nicht überraschen. Achtsamkeitsbasierte Meditation, mitfühlende Meditation und Meditation bei Betrachtung einzelner Problemkonstellationen aus unterschiedlichen Perspektiven zeigten messbare Veränderungen in unterschiedlichen Hirnarealen, so unter anderem im präfrontalen Kortex und limbischen System. Es kam also darauf an, worauf sich der Fokus der Meditationsart richtete, Aufmerksamkeitskontrolle, Emotionsregulation oder Betrachtung des eigenen Ichs aus unterschiedlichen Perspektiven.
Mit den gefundenen Ergebnissen wird unsere Arbeitsweise gestützt. Nicht für jeden und jeden Problemkreis ist die achtsamkeitsbasierte Meditation wie MBSR, zielführend. Es bedarf des individuellen Zuschnitts.
Zieht man einen Vergleich zu sportlichen Aktivitäten, so leuchtet dies unmittelbar ein. Wer seine Kondition verbessern will, kommt an Ausdauertraining nicht vorbei, geht es hingegen um die Stärkung der Muskulatur, ist Krafttraining der richtige Weg. Hinzutreten sollte dann noch die Auswahl der richtigen Sportart und die Erstellung eines entsprechenden Trainingsplans.
In der zweiten Studie werden die gefundenen Ergebnisse noch erhärtet und dies wiederum , ja sogar mit Blick in erster Linie auf die achtsamkeitsbasierte Meditation.
Auch wenn bereits viele Studien zuvor gezeigt haben,das sich Meditierende bei und nach der Achtsamkeits Meditation subjektiv ruhiger und gelassener fühlen, korrespondiert dies nicht immer mit einem verringerten Cortisonlevel, vielmehr nur untergeordnet.
Hierfür spricht die Studie zwei mögliche und absolut nachvollziehbare Gründe an. Zum einen wird nach dem Erlernen der Technik regelmäßig allein meditiert und zum anderen resultiert im heutigen Leben der meiste Stress aus dem sozialen Miteinander.
Bestätigen ließen sich die gefundenen Erklärungsansätze durch eine Kombination der mitfühlen Meditation oder der perspektivgestützten mit face to face Sessions, also direkten Partnerübungen, wobei es sich nicht um Lebenspartner etc. handelte.
Bei dieser Herangehensweise veränderten sich die Cortisonlevel, sie fielen im Vergleich zur Kontrollgruppe um bis zu 51 %.
Auch dies stützt unsere Einschätzung, vergleiche unsere Ausführungen auf der Seite „Warum Ruhe T raum"und dort insbesondere den Hinweis auf Theodore Zeldin. Man kann nichts weg meditieren in der Weise, dass man versucht einfach nur ruhiger und gelassener zu werden. Im Zweifel erhöht dies nur die Leidensfähigkeit. Entscheidend sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und dort in erster Linie das Gespräch, bei der angesprochenen face to face Session in angeleiteter Form.So kann beispielsweise die Mediation unter Einsatz der genannten Techniken wahre Wunder wirken.
Originalpublikationen: doi: 10.1126/sciadv.1700487 und doi: 10.1126/sciadv.1700495