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13.03.2016 - Yoga und psychische Störungen

Im deutschen Ärzteblatt Int 2016 findet sich eine systematische
Literaturübersicht und Metaanalyse zur Wirksamkeit von
körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen, erarbeitet
von Rahel Klatte et.al. mit den Kernaussagen, dass körper-
orientiertes Yoga als komplementärer Interventionsansatz
bei der Behandlung psychischer Störungen in Betracht
gezogen werden kann, dies bei möglicher Reduktion
störungsspezifische Symptome und Anhebung des Wohlbefindens,
der Funktionsfähigkeit und der Lebensqualität, bei gefundenen Hinweisen, dass die Wirksamkeit durch die Schwere der Störung beeinflusst wird, d.h. Patienten mit stärkeren Symptomausprägungen weniger von Yoga profitieren.


Originalpublikation:Klatte R.,Pabst S.,Rosendahl J.:The efficacy of body-oriented yoga in mental disorders-a systemetic review and meta-analysis, doi:10.3238/arztebl.2016.0195


Unsere These:
Die Arbeit weist sicher in die richtige Richtung, ist uns in ihrer Aussage aber zu zaghaft. Empfehlenswert und weiterführend ist hierzu die Arbeit von Bessel van der Kolk-Verkörperter Schrecken-Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann- aus dem Jahre 2015. Danach kann festgehalten werden, dass körperorientierte Arbeit-insbesondere Yoga-oftmals den einzigen Weg darstellt, um gerade bei schwer beeinträchtigten Personen, Heilungswege zu eröffnen.
Letztendlich ist körperorientierter Arbeit unerlässlich, da der Körper nicht vergisst und ihm Möglichkeiten eröffnet werden müssen, sich zu öffnen und auf diesem Wege eine Gefühlsregulation, zu erreichen. Nicht nur nach unserer Auffassung führen gerade kognitive-oder verhaltenstherapeutische Ansätze, zumindest allein, nicht weiter, sie sind im wesentlichen kontraindiziert.
Yoga und auch andere Formen der Körperarbeit sollten uneingeschränkt im therapeutischen Alltag Platz greifen und dies nicht erst im Falle der Ausprägung einer psychischen Störung, wobei ohnehin niemand genau sagen kann, wann diese Grenze überschritten ist. Sondern massiv bereits in allen Bereichen der Prävention und dies keinenfalls in Form des Trainings komplizierter Yoga Positionen wie dem doppelten Lotus Sitz oder artverwandten körperlichen Verrenkungen. Ausreichend aber auch erforderlich sind vielmehr leichte Yogaübungen im Sitzen, im Stehen und auf dem Boden, je nach körperlicher Verfassung, wie sie vom Trauma Center at JRI entwickelt worden sind.
Diese Yogaübungen werden von uns eingesetzt.