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15.07.2016 Schlendern belebt

Bereits zehnminütiges Gehen, keineswegs schnell, eher flanierend, führt dazu, dass man sich heiterer, lockerer und deutlich energievoller fühlt als Menschen, die mit gleichen Aufgaben wie die gehende Gruppe befasst waren, aber dabei saßen oder herumstanden. So die Ergebnisse  der Psychologen Gruppe um J.C.Miller der Iowa State University in verschiedenen Experimenten.Die gute Laune ließ sich noch nicht einmal dadurch verhindern, dass bei einem der Experimente die Probanden im Anschluss an ihren Spaziergang einen Bericht über ihre Wahrnehmungen schreiben sollten.
Angenommen wird, dass das Gehen,welches einem lockeren Herumschlendern entspricht,das sogenannte Annäherungssystem im Gehirn aktiviert, welches auf berauschende Belohnungen aus ist, allerdings nur in Bewegung. Empfohlen wird daher von den Wissenschaftlern Bewegung möglichst in alle alltäglichen Verrichtungen einzubetten, da dies die positive Stimmung stark fördern kann und zwar selbst dann, wenn danach anstehende Aufgaben eher das Gegenteil versprechen.
Originalpublikation:Miller u.a. Iowa State University, Walking Facilitates Positive Affect; Emotion,16(5),August 2016,775-785

Unsere These:
Jeder dürfte es kennen, die Vorfreude ist häufig die größere Freude. Möglicherweise herzuleiten aus alten Programmierung  des beutemachenden Menschen. Die Erwartung des Jagderfolges beflügelt bereits, bevor Beute tatsächlich gemacht worden ist.
Die Erkenntnisse aus Iowa sprechen zudem für das sogenannte "Achtsamer Gehen", bei welchem unabhängig von der Gehgeschwindigkeit  nicht nur auf die Bewegung als solche sondern  besonders auf Einzelheiten der räumlichen Umgebung geachtet wird, dies bei einem kurzen Innehalten. Erklärlich wird, warum achtsamen Gänge zum einen beflügeln und zum anderen  beruhigen.