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20.06.2016 Die Stimme der eigenen Mutter

Wie Forscher an der Stanford University in Kalifornien um Daniel Abrams in einer aktuellen Studie herausfanden reagieren Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren deutlich intensiver auf die Stimme der eigenen Mutter als bislang angenommen. An der Studie nahmen Kinder teil, die mindestens einen IQ von 80 besaßen keinerlei Entwicklungsstörungen aufwiesen und zudem von ihren biologischen Müttern aufgezogen wurden. Den Eltern wurden Fragen zur Kommunikationsfähigkeit und zur Fähigkeit der Kinder gestellt, mit anderen zu interagieren und Kontakt aufzunehmen. Den Kindern wurden Tonaufnahmen der eigenen Mutter und weibliche Kontrollstimmen vorgespielt. Vorgelesen wurden Worte, die keinen Sinn ergaben um zu vermeiden, dass die Kinder, die in diesem Alter über gute Sprachkenntnisse verfügen eben diese, damit verbundenen Netzwerk im Hirn aktivieren.
Herauskam, dass die Kinder mit einer Genauigkeit von 97 % die Stimme der eigenen Mutter erkannten und dies nach weniger als 1 Sekunde. Noch spannender ist das Ergebnis, dass die kindlichen Gehirne in mehreren Hirnregionen aktiviert wurden und zwar deutlich mehr als beim Hören der Stimme der Kontrollpersonen.
Angesprochen waren der auditive Kortex sowie Hirnareale, die für das verarbeiten von Emotionen berufen sind, darunter die Amygdala sowie Bereiche die das Belohnungssystem beherbergen, sodass mesolimbische System und der mediale präfrontale Kortex und zuletzt das sogenannte Ruhestandnetzwerk, welches Informationen über das Ich verarbeitet und zu guter letzt die Bereiche des Gehirns, die die Wahrnehmung und das Auswerten von Gesichtern steuern.
die Befragung der Eltern bzw. der Mütter ergab, dass die Kinder mit stärkeren Verbindungen zur Stimme der eigenen Mutter auch die stärkste soziale Kommunikationsfähigkeit an den Tag legten.
Originalstudie:doi:10.1073/pnas.1602948113;2016

Unsere These:
Auch diese Studie der Stanford University spricht dafür, Kinder im wesentlichen bei ihren leiblichen Eltern/Müttern aufwachsen zu lassen, soweit nicht Besonderheiten dagegen sprechen. Mit Blick auf die Bindungsforschung behaupten wir, dass die gefundenen Ergebnisse gleichermaßen oder sogar erst recht auf jüngere Kinder zu übertragen sind und Kindertagesstätten insbesondere für unter dreijährige Kinder keinenfalls eine Empfehlung darstellen.