. .

21.04.2017 Cortisol schwächt!Was nicht?

An der Ruhr Uni Bochum fand ein Team um Dr.Dinse heraus, dass das Stresshormon Cortisol die Fähigkeit komplett unterbinden kann, eine Leistung unserer Sinne durch Training, zu verbessern.
Bekannt war schon, dass Stress das Abrufen von Erinnerungen erschweren oder sogar verhindern kann. Nun kommt hinzu, dass Stress erheblichsten Einfluss auf die Wahrnehmung hat. Im Versuch wurde das Stresshormon Cortisol gegeben, natürlich nur an einen Teil der Versuchsgruppe. Im Training des Tastsinnes nutzten die Forscher die bekannte Methode der passiven Stimulation der Finger. Die Placebo-Gruppe konnte ihre Leistungsfähigkeit, wie erwartet, um ca. 15 % steigern. Die angewandte Trainingsmethode ist seit längerem im therapeutischen Einsatz. Die Gruppe unter Cortisol konnte kaum eine Verbesserung des Tastsinns erreichen, im Grunde entfiel sie komplett.
Die erhobenen Daten zeigen, dass eine einzige Dosis des Stresshormon nicht nur die Erinnerungszentrale im Hippocampus stört, sondernauch erheblichste Auswirkungen auf die Plastizität von Sinnesarealen im Gehirn hat.

Dumm ist nun, dass Corticosteroide, landläufig unter Cortisol bekannt, spätestens dann verabreicht werden, wenn andere Medikamente keine Wirkung gezeigt haben, nicht selten in hohen Dosierungen, um entzündungshemmend zu wirken.

Neben dem häufig schon chronisch gewordenen Stress wirken Medikamentengaben in der gleichen Richtung negativ, wie die oben genannte Studie deutlich zeigt.

Originalstudie:Doi: 10.1016/j.psychneuen.2016.12.002