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25.08.2018 Mineralwasser und Mikroplastik

Viel zu selten machen Behörden und öffentliche Institutionen auf sich aufmerksam, wenn es um den Verbraucherschutz geht. Dieses weite Feld wird meistens von Nicht- Regierungsorganisationen beackert, so im Bereich der Nahrungsmittel insbesondere von Foodwatch, aber auch und dankenswerterweise von anderen.
In Münster ist das Chemische-und Veterinär-Untersuchungsamt für die Region Münsterland-Emscher-Lippe angesiedelt und bekanntermaßen die Westfälische Wilhelms-Universität, die auch über ein Institut für Nahrungsmittelchemie verfügt.
Dort hat man nun nachweisen können, dass Mineralwasser, in unterschiedlichen Behältnissen abgefüllt, Mikroplastik enthalten. Dies ist bereits grundsätzlich inakzeptabel und zudem überflüssig und sicher auf mit Blick auf die Gesundheit nicht unbedenklich.
Nun wird es kaum jemanden überraschen, dass Plastikflaschen, zum Einmalgebrauch oder zur Wiederverwendung gedacht und auch Tetrapacks Mikrokunststoffe enthalten, genannt seien hier nur Polyester, Polyethylene, Polyamide und Polyvinylchloride, also PVC.
Gefunden wurden Belastungen mit den genannten und anderen Kunststoffen in Mikropartikelform nun aber auch in Mineralwässern aus Glasflaschen.
Vermutet wird, da auch die Mineralwässer aus den wiederverwendbaren Kunststoffflaschen stark belastet sind, dass eben nicht nur die Kunststoff-oder kunststoffartigen-Behältnisse Plastikpartikel freisetzen und an die Mineralwässer abgeben, sondern dass die Reinigung-und Abfüllvorgänge gleichermaßen verantwortlich gemacht werden müssen. Hier kommen Reinigungszusätze und insbesondere aus Kunststoff bestehende Teile der Anlagen selbst in Betracht.
Auch wenn einem das ganze schon wie ein Stück aus dem Tollhaus vorkommt, schlimmer geht immer.
Bis heute ist die Anfrage von Foodwatch, gerichtet an das zuständige Ministerium in Nordrhein-Westfalen, unbeantwortet geblieben, obwohl kein Zweifel daran bestehen kann, dass der Verbraucher ein Recht darauf hat, zu erfahren, welche Produkte in Münster getestet wurden.
Immerhin 38 im ersten Lauf, später noch einmal 4 und den höchsten Belastungen an Polyamiden im Mineralwasser aus den Glasflaschen.
Originalstudie: doi: 10.1016/j.watres. 2017.11.011