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26.11.2018 Stress und schrumpfender Hippocampus

Bekannt war bereits einige Zeit, hierzu gibt es zahlreiche Studien, dass übermäßiger Stress, wie auch Angstzustände, unmittelbar Einfluss auf Strukturen im Gehirn nehmen. So nimmt das Volumen der Amygdala bei Ängsten zu, bei Stress verändert sich die Dichte der grauen Masse im präfrontalen Kortex. Ebenso nimmt das Volumen des Hippocampus ab, bislang nachgewiesene für sehr junge Kinder und Erwachsene.
Nun hat sich ein Forscherteam des Teachers College der Universität von Columbia unter Leitung von Piccolo und Noble den heranwachsenden Kindern bzw. Jugendlichen in der Pubertät zugewandt mit dem Ergebnis, dass auch deren Hippocampi bei übermäßiger Belastung oder Dauerbelastung im Sinne von negativen Stress an Volumen abnehmen.
Dies während einer Entwicklungsphase, in der auch das Gehirn nochmals massivst umgebaut wird, in diesem Maße letztmalig im gesamten Leben und mit entsprechend nachhaltiger Wirkung für dieses.
Hält man sich nun vor Augen, dass die Alzheimerforschung, soweit sie pharmakologisch betrieben wird komplett in der Sackgasse gelandet ist, die Wunderpille gegen Alzheimer gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Ein Pharmariese wie Pfizer hat sich aus diesem Grunde aus der Forschung zu diesem Thema komplett verabschiedet, die Pille gegen Alzheimerplaques, deren Zerstörung und Entsorgung aus dem Gehirn, ist trotz Aufwendung horrenderer Forschungsmittel nicht ansatzweise in Sicht.
Nicht in der Sackgasse befindlich ist der zielführende Zweig der Alzheimerforschung, die nach Nehls und Bredesen davon ausgeht, dass nur Prävention, d. h. ein artgerechter und gesunder Lebensstil, Alzheimer verhindern oder sogar bis zu einem individuellen Grade heilen kann. In diesem Bereich werden zunehmend Heilungserfolge erzielt, wobei die genannten Therapieprogramme davon ausgehen, dass die Alzheimer-Demenz ihren Ausgang im Hippocampus nimmt, wobei dieser deutlich messbar an Volumen abnimmt, sich in ihm Plaques entwickeln und er letztlich zerstört wird, bei Beginn des Prozesses im Hippocampus bevor andere Hirnregionen betroffen sind, diese folgen allerdings unmittelbar nach.
Stress ist ein wesentlicher Auslöser auch der Alzheimererkrankung. Wenn nun nachgewiesenermaßen der Hippocampus bereits in der Pubertät abnimmt und nicht gegengesteuert werden kann, ist bei unserer heutigen Jugend mit einer wesentlichen Grundsteinlegung in Richtung auf die Alzheimer-Demenz, anzunehmen.
Alzheimer-Demenz ist ein Lifestyleproblem, gleiches gilt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, selten von Adipositas zu trennen.
Entgangen werden kann diese Entwicklung und den sich aus prägenden Erkrankungen nur, wenn rechtzeitig mit einer Prävention begonnen wird, möglichst in ganz jungen Jahren, hierzu nochmals an dieser Stelle die dringlichste Empfehlung, zumindest die Bücher von Dr. Nehls zu lesen und wenn irgend möglich, im eigenen Leben umzusetzen.
Originalstudie: doi: 10.111/psyp.13025